… heute habe ich bei lei­der sehr trü­bem, aber gut wan­der­ba­rem Wet­ter eine Tour im Main­zer Land in der Nie­der­lau­sitz gemacht, die schon seit Urzei­ten als grobe Pla­nung in mei­ner ‘To Hike’-Liste exis­tierte. Sehr pro­ble­ma­tisch sind aus mei­ner Erfah­rung immer Tou­ren, die in Bran­den­burg durch ehe­ma­lige Trup­pen­übungs­plätze oder eben wie heute durch ehe­ma­lige Braun­koh­le­ta­ge­bau­ge­biete füh­ren. Sel­ten kann man sich im Detail vorab bezüg­lich erlaub­ter Wege infor­mie­ren und vor Ort ist dann die Beschil­de­rung lücken­haft oder sogar wider­sprüch­lich. Bei­des war auch bei die­ser Tour der Fall …
Hinzu kommt, dass hier Betre­tungs­ver­bote durch den NABU UND durch die Sanie­rungs­ge­sell­schaft LMBV existieren.

Um es auf den Punkt zu brin­gen: Zumin­dest den Betre­tungs­ver­bo­ten der NABU-Flä­chen konnte ich genü­gen, die der LBMV schie­nen mir oft will­kür­lich auf­ge­stellt und sie beinhal­te­ten sogar den neu ange­leg­ten Aus­sichts­punkt ‘Römer­kel­ler’ mit Rast­platz als nicht erlaubt. Von daher musste ich mich an eini­gen Stel­len man­gels Alter­na­tive über die Ver­bote hin­weg­set­zen. Da muss aus mei­ner Sicht von Sei­ten der Betrei­ber deut­lich mehr Trans­pa­renz und frei zugäng­li­che digi­tale Infor­ma­tion für die Pla­nung gelie­fert wer­den, zumal es auch einen offi­zi­el­len(?), nicht aus­ge­schil­der­ten Wan­der­weg um den Berg­hei­der See gibt ( https://www.mitgas.de/privatkunden/meine-vorteile/meine-vorteile-wandern/september-rundweg-um-den-bergheider-see ). Aus den genann­ten Grün­den kann ich natür­lich bei die­ser Stre­cke NICHT zum Nach­wan­dern ani­mie­ren, was schade ist, denn:

Für mich war das eine unglaub­lich schöne und inter­es­sante Tour! Dabei war der Berg­hei­der See gar nicht mal das Beson­dere, dafür umso mehr natür­lich der ‘Lie­gende Eif­fel­turm’, die gigan­ti­sche F60-För­der­brü­cke, die dort am Ufer als begeh­ba­res Muse­ums­stück abge­stellt wurde. Vor allem fas­zi­nier­ten mich die Kon­traste: am Anfang das typi­sche kon­trol­liert was­ser­ge­füllte große 08/15-Rest­loch, dann aber die sehr grüne ‘Mini-Seren­geti’ der nicht geflu­te­ten Innen­kippe, spä­ter einige herr­li­che Bio­tope gefolgt von einer lebens­feind­li­chen Ödnis­land­schaft ganz ohne Vege­ta­tion. Sehr span­nend auch der rundum weg­ge­bag­gerte Ort Kos­te­brau in sei­ner sur­rea­len Insel­lage, sicher­lich in die­ser Form ein Uni­kat in der Region. Auch der Weg wei­ter in Rich­tung Lauch­ham­mer gefiel mir sehr gut im zwei­ten Abschnitt, auf einem schma­len Pfad durch dich­tes Grün umge­ben von teils bizar­ren, ero­dier­ten Hängen.

Hier die — lei­der unge­nauen — Infos der LMBV zu Sperr­be­rei­chen in der bran­den­bur­gi­schen und säch­si­schen Lau­sitz mit PDF-Down­load: https://www.lmbv.de/bergbaufolgen/bergschaeden-sperrungen/sperrbereiche-lausitz/
Man kann dort sogar einen ‘Antrag für das Betre­ten von Flä­chen mit ein­ge­schränk­ter Nut­zung’ stel­len, wenn man keine Angst vor einer Absage hat ;-)

Ähn­li­che Tou­ren im süd­li­chen Bran­den­burg von mir wer­den sicher noch fol­gen, auch wenn ich dann etwas mehr Auf­wand in die Vorab-Recher­che ste­cken werde, um nach­wan­der­bare Rou­ten ver­füg­bar zu machen.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour beginnt in Lich­ter­feld an der Bus­hal­te­stelle ‘Gast­haus’ mit­ten im Dorf, zunächst wird der Haupt­straße gefolgt in süd­li­cher Rich­tung, dann der Berg­hei­der Straße bis kurz vors Besu­cher­berg­werk. Nun wird abge­zweigt in den Wald hin­ein und es geht am Zaun ent­lang, anschlie­ßend mit impo­san­tem Blick auf die F60-För­der­brü­cke durch die Frei­flä­che am Ende des Are­als ent­lang zum Ufer des Berg­hei­der Sees. Hier wird der Sand­weg über dem west­li­chen Ufer genutzt, nur kurz ist zur Über­que­rung des Bir­ken­teich­gra­bens ein Aus­wei­chen auf eine alte Asphalt­piste neben der Land­straße nötig.

Nun führt der Weg zurück in See­ufer­nähe und man hat die Mög­lich­keit, den regu­lä­ren Schot­ter­weg (erlaubt) oder den san­di­gen Pfad (Sperr­ge­biet! — ergibt sich erst im Nach­hin­ein mit Blick zurück) bis hin zum NABU-Info­punkt am süd­west­li­che Ende des Sees zu wäh­len. Nach einem Abste­cher zum erhöh­ten Aus­sichts­punkt mit tol­len Bli­cken auf die Innen­kippe sowie über den See auf die F60 geht es wei­ter im Süd­wes­ten auf dem geschot­ter­ten Weg an meh­re­ren schö­nen Gewäs­sern mit viel Grün herum ent­lang. Anschlie­ßend ändert der Weg die Rich­tung und führt nun geschot­tert in öst­li­cher Rich­tung um eine sehr karge Brach­land­schaft herum (einige Pas­sa­gen — auch des Wirt­schafts­we­ges — lie­gen hier im Sperr­ge­biet!), dann geht es im Bogen zum Aus­sichts­punkt ‘Römer­kel­ler’ (eben­falls im Sperr­ge­biet!), danach berg­auf in Rich­tung der Wind­rä­der und am Rand der Grube ent­lang und über eine Treppe im Hang hin­auf in den Ort Kostebrau.

Hier wird das Ober­dorf auf der Karl-Marx-Straße durch­quert zur Kir­che hin, dann geht es hinab zum Goe­the­platz im Unter­dorf und der Karl-Lieb­knecht-Straße wird gefolgt zum Sied­lungs­rand. Durch ein dich­tes Wald­stück führt der Weg, spä­ter geht es hin­auf zum wun­der­ba­ren Hein­zel­blick mit Aus­sicht auf den tür­kis­far­be­nen Fried­richs­tha­ler See. Gut drei Kilo­me­ter weit wird par­al­lel zur Land­straße im Kie­fern­forst der leicht san­dige Wirt­schafts­weg genutzt, bevor auf Höhe von Lauch­ham­mer-Ost die Straße über­quert wird. Nun führt der Weg etwa zwei Kilo­me­ter weit als tol­ler natur­be­las­se­ner Pfad durch die Hügel nach Lauch­ham­mer-Mitte, dort zwi­schen But­ter­berg und Ger­hart-Haupt­mann-Straße durch ein Vier­tel mit Miets­ka­ser­nen, anschlie­ßend über die Fried­richs­tha­ler Straße und die Töp­fer­gasse zum zen­tra­len Kern von Lauch­ham­mer in Bock­witz mit der Nikolaikirche.

Über den Mit­tel­weg geht es durch die Wie­sen zum Neu­teich, auf Ang­ler­pfa­den um die­sen herum, danach um das Strand­bad und abschlie­ßend über den Kut­te­weg zum Bahn­hof Lauch­ham­mer, an dem diese Tour endet.