… zum 50-jährigen Jubiläum der ‘Wohnungsbauserie 70’ (WBS70) der DDR habe ich heute endlich mal die kleine ausgewiesene ‘Inforoute Platte & Co.’ in Friedrichsfelde absolviert. Hier gruppieren sich auf relativ engem Raum Plattenbaugenerationen aus fünf Jahrzehnten. Besonders interessant fand ich die Plattenbauten in der Splanemannsiedlung aus den 1920er(!) Jahren, die den allerersten Versuch des industriellen Wohnungsbaus in Deutschland repräsentieren. Außerdem hat mich überrascht, dass sich in Friedrichsfelde trotz relativ enger Bebauung (etwa im Gegensatz zu den Randvierteln in Marzahn-Hellersdorf) viele begrünte Innenhöfe und kleine Grünzüge dazwischen befinden. Ein echter Hingucker sind auch die mit bunten Kacheln verzierten Außenaufzüge des Mittelganghauses in der Schwarzmeerstraße.
Der zweite Teil der Tour östlich rund um den Tierpark sollte eigentlich nur die Runde elegant schließen, am Ende war dies jedoch die größte Überraschung der Wanderung. Im Prinzip handelt es sich hier um die nördliche Fortsetzung des Biesenhorster Sandes, ebenfalls auf einem ehemaligen Bahngelände. Im Gegensatz dazu verläuft um den Tierpark aber ein wunderschöner schmaler Pfad durch dichtes Grün. Hat man erst einmal den Lärm der vielspurigen Hauptstraße hinter sich gelassen, wähnt man sich fast mitten im Wald.
Eine sehr empfehlenswerte kleine urbane Strecke in Berlin in dieser Form!
Hier die Seite zur ‘Inforoute PLatte & Co.’ inklusive Download einer ausführlichen PDF-Datei: http://www.gross-siedlungen.de/de/118_Der_Rundgang_durch_Platte_Co.htm
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Infos und Tourbeschreibung:
Dies ist eine Rundtour, die am U‑Bahnhof Tierpark beginnt und endet. Zunächst geht es über die Dathepromenade zum Erieseering, an dessen Ende im Bogen durch die sehenswerte Splanemannsiedlung aus den 1920er Jahren. Über die Friedenhorster Straße führt der Weg zurück zum Erieseering, dann über die Dathepromenade zur Sewanstraße und durch eine Reihe von begrünten Innenhöfen zur Mellenseestraße. Der angrenzende Park wird durchquert, der Dolgenseestraße, der Sewanstraße, der Balatonstraße und der Moldaustraße wird gefolgt zum Kraatz-Tränke-Graben. Nun geht es über Volkradstraße und Schwarzmeerstraße zur Rummelsburger Straße und in der Alfred-Kowalke-Straße am Anger mit der Dorfkirche Alt-Friedrichsfelde entlang.
Weiter geht es durch einen Grünzug zur Charlottenstraße und am großen ehemaligen Areal der Stasi-Bezirksverwaltung und einer Tankstelle entlang, bevor in die renaturierte Bahnbrache östlich des Tierparks abgebogen wird. Auf eineinhalb Kilometern Länge führt der Weg auf meist schmalen Pfaden durch dichtes Grün bis hin zur dort oberirdisch verlaufenden U‑Bahntrasse, dann an dieser entlang und an den Verwaltungsgebäuden des Tierparks vorbei zur Treskowallee. Entlang der westlichen Begrenzung des Tierparks wird abschließend der Ausgangspunkt wieder erreicht.
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