… heute habe ich bei Dau­er­be­spa­ßung durch Mücken (im Schat­ten) und Flie­gen (in der Sonne) ein­mal mehr eine schöne, mir bereits bekannte Stre­cke auf die Taug­lich­keit für eine Grup­pen­wan­de­rung getes­tet. Der Wer­bel­lin­ka­nal zwi­schen dem Pech­teich­see und dem Wer­bel­lin­see ist zwei­fels­ohne einer der schöns­ten Gewäs­ser­ab­schnitte in Bran­den­burg und zurecht auch als einer der 50 Sehn­suchtsorte in Gre­gor Münchs Buch ‘Wild Bran­den­burg’ enthalten.

Die heu­tige Tour, die im Kern den gut zugäng­li­chen Stre­cken­teil zwi­schen Rosen­beck und dem west­li­chen Ende des Wer­bel­lin­sees beinhal­tete, hatte ich wie bereits vor zwei Jah­ren ebenso in Klan­dorf begon­nen, war dann aber etwas alter­na­tiv und unter größt­mög­li­cher Umge­hung des Dor­fes hin­un­ter zum Restau­rant ‘Zur Klei­nen Mol­dau’ an der Rosen­be­cker Schleuse gewan­dert. Lei­der führte die­ser Abschnitt län­gere Zeit über den asphal­tier­ten Rad­weg im Wald, wes­halb ich dort die ursprüng­li­che Vari­ante präferiere.

Auch die — inzwi­schen umge­fal­lene — sagen­um­wo­bene Silke-Buche hatte ich aus­ge­las­sen, um mir so die ‘Wald­au­to­bahn’ zu den Pin­now­seen zu erspa­ren, was eine gute Idee war. Zwi­schen Erich Hon­eckers ehe­ma­li­gem Jagd­haus Wild­fang und dem Sied­lungs­be­ginn von Groß-Schö­ne­beck nutzte ich aus Zeit­grün­den die nicht emp­feh­lens­werte Schot­ter­piste. Hier kommt man defi­ni­tiv auf schma­len Wald­we­gen attrak­ti­ver auf einem klei­nen Umweg zum ‘Tor zur Schorfheide’.

Die Beson­der­heit heute: ich habe alle drei ‘Bunte Schorfheide’-Installationen auf dem Weg ‘mit­ge­nom­men’. Mei­nes Wis­sens nach ste­hen sie in allen neun Orts­tei­len der Gemeinde Schorf­heide seit 2014, um gegen dama­lige offene rechts­extre­mis­ti­sche Akti­vi­tä­ten im Orts­teil Finow­furt ein blei­ben­des Zei­chen für Tole­ranz, Welt­of­fen­heit und Demo­kra­tie zu setzen.

Die Stre­cke besitzt nach mei­nem Ermes­sen mas­sen­haft echte High­lights im Mit­tel­teil, Beginn und Ende zie­hen sich aber ziem­lich. Trotz­dem ein hei­ßer Kan­di­dat aus mei­ner Sicht für eine Grup­pen­wan­de­rung, zumal mir die ‘Heidekraut’-Bahnlinie rela­tiv wenig von der 9‑Euro-Über­fül­lung betrof­fen scheint, so lange man früh star­tet und für die Masse der bade­wü­ti­gen Ber­li­ner das Was­ser der Seen im nörd­li­chen Umland noch zu kalt ist ;-)

Ein­zi­ges Pro­blem mal wie­der: das Timing! Mein sport­li­ches ‘Auf-den-Punkt-Tempo’ von heute möchte ich nie­man­dem zumu­ten, also kommt nur in Frage, lang­sam zu wan­dern, einige aus­ge­dehnte Pau­sen zu machen und am Ende in Groß-Schö­ne­beck am Jagd­schloss ein­zu­keh­ren, da der Zug an Wochen­en­den nur alle zwei Stun­den von dort in Rich­tung Ber­lin zurückfährt.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Bahn­hof Klan­dorf, auf der Dorf­straße geht es zunächst durch den Ort bis zur Kir­che, dann auf einer Mischung aus Feld- und Wald­we­gen und zwei­mal ein Stück des asphal­tier­ten Rad­wegs nut­zend durch den Wald bis hinab zur Rosen­be­cker Schleuse am Wer­bel­lin­ka­nal. Das kleine Dorf wird durch­quert, danach dem Kanal sehr schön auf dem beglei­ten­den natur­be­las­se­nen Pfad auf einem klei­nen Damm gefolgt bis nach Eichhorst.

Dort wer­den die Sied­lun­gen größ­ten­teils umgan­gen und es schließt sich ein zwei­ter, ebenso schö­ner Abschnitt etwas erhöht ent­lang des Wer­bel­lin­ka­nals an bis nach Wildau, wo der Kanal auf der moder­nen Holz­brü­cke über­quert wird. Als Sehens­wür­dig­keit befin­det sich in unmit­tel­ba­rer Nähe auf einem Hügel der Aska­nier­turm, nach der Durch­que­rung von Wildau und einem abschlie­ßen­den Blick über den See geht es in den zusam­men­hän­gen­den Wald der Schorf­heide hin­ein. Meist auf Neben­we­gen und nur teil­weise auf brei­te­ren Forst­we­gen wer­den die bei­den lang­ge­streck­ten Pin­now­seen erreicht und auf dem natur­be­las­se­nen Pfad zwi­schen ihnen hin­durch geht es zum ehe­ma­li­gen Jagd­haus ‘Wild­fang’ von Erich Honecker.

Nun wird der Schot­ter­weg der Alten Joa­chims­tha­ler Straße genutzt bis zum Orts­ein­gang von Groß-Schö­ne­beck, durch den Ort führt der Weg ent­lang der Ernst-Thäl­mann-Straße zum Lin­den­platz. An der Kir­che und am Jagd­schloss vor­bei über die Kirch­gasse, die Schloß­straße und die Eich­hors­ter Chaus­see und die Bahn­hof­straße geht es abschlie­ßend zum Bahn­hof Groß-Schö­ne­beck, an dem die Tour endet.