… eine kurze Regen­tour ganz im Zei­chen der Bahn, nach­dem ich am Mor­gen einen Arti­kel bei Spie­gel Online gele­sen hatte zur Initia­tive der kom­plet­ten Reak­ti­vie­rung der Wrie­ze­ner Bahn von Ber­lin bis tief ins Oder­bruch hin­ein. Also nutzte ich heute einen noch vor­han­de­nen Abschnitt eben die­ser Stre­cke bis zum nörd­li­chen Rand von Ahrens­felde. Hier sollte Anfang des 20. Jahr­hun­derts mit dem Ost­kirch­hof der größte Park­fried­hof am Ber­li­ner Stadt­rand ent­ste­hen ganz nach dem Vor­bild von Ham­burg-Ohls­dorf. Die Pläne schei­ter­ten nicht zuletzt an der schlech­ten Erreich­bar­keit per Bahn und so wurde es ein heute voll­kom­men über­di­men­sio­niert wir­ken­der Klein­stadt­fried­hof mit nur weni­gen neuen Bestattungen.

Wäh­rend der Fahrt dort­hin kam ich mit dem Zug­be­glei­ter der Regio­nal­bahn ins Gespräch, da eine Gruppe von Rent­nern mit E‑Bikes sich beim Zustei­gen maxi­mal unge­schickt anstellte, sich enorm viel Zeit ließ und dem Zug so einige Minu­ten Ver­spä­tung ein­brachte. Er meinte zu mir: ‘Dit is erst der Anfang! War­ten se ma ab, wat ab nächte Woche mit’n 9‑Euro-Ticket und die Fahr­rad­fah­rer abjeht. Und ick soll denn die Herr­schaf­ten zurück­hal­ten, wenn keen Platz mehr is. Bun­des­po­li­zei soll nur jeru­fen wer­den, wenn jar nüscht mehr jeht. Da schließ ick ma lie­ber die drei Monate in meen Kabuff in und lass die Fahr­jäste machen, wat se wollen.’

Nach dem Start der Tour kam ich dann tat­säch­lich am Gelände der Bun­des­po­li­zei­ab­tei­lung Blum­berg vor­bei. Dort steht einer der typi­schen Dop­pel­stock-Regio­nal­ex­press­wag­gons (mit Fahr­rad­ab­teil!) für Ein­satz-Übungs­zwe­cke. Ich wette, dass gerade schon flei­ßig mit der Stopp­uhr gedrillt wird, wie lange das Räu­men eines Wag­gons dau­ern darf ;-)

Zur Tour: ich wollte nach unzäh­li­gen Wan­de­run­gen ent­lang der Wuhle end­lich mal die Quelle sehen. Das Wald­stück, in dem der Bach­lauf ent­springt, gefiel mir sehr gut, lei­der fließt hier im Wald aber aktu­ell über­haupt kein Was­ser, obwohl durch ein gut gefüll­tes Regen­rück­hal­te­be­cken eine Zulei­tung gege­ben ist. Auch der Ver­lauf durch den Fried­hof hin­durch ist gänz­lich tro­cken, Was­ser ist erst ab dem Zufluss des Wuhl­gra­bens am Sied­lungs­rand zu sehen. Bis nach Hel­lers­dorf habe ich einige natur­be­las­sene, gewäs­ser­nahe Pfade aus­pro­biert, die ich noch nicht kannte. Dann folgte der Beton­plat­ten­weg bis zum S‑Bahnhof Wuh­le­tal, da ich die­sen in den letz­ten Jah­ren meist ver­schmäht hatte und mir anschauen wollte, ob sich dort etwas ver­än­dert hat.

Even­tu­ell werde ich die Kom­plett-Tour ent­lang der Wuhle von der Quelle bis zur Mün­dung in ihrer attrak­tivs­ten Form (ca. 21km) im Herbst / Win­ter mal als Grup­pen­wan­de­rung anbieten.

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet am Hal­te­punkt Ahrens­felde-Nord, über die Bahn­straße geht es zunächst zum Über­gang an der ‘Straße am Walde’, dann auf der ande­ren Seite des Glei­ses auf dem gepflas­ter­ten Weg am Gelände der Bun­des­po­li­zei vor­bei. An einem klei­nen Park­platz wird dia­go­nal in den Wald abge­zweigt und der Weg führt zum Aus­tritt der Wuhle am Ende eines Regen­rück­hal­te­be­ckens. Nun wird dem schö­nen Pfad gefolgt ent­lang des Gra­bens bis zum Fried­hofs­zaun, anschlie­ßend wird das Areal öst­lich umrun­det zum Bahn­hof ‘Fried­hof’ hin.

Im Ost­kirch­hof Ahrens­felde wird eine kleine Runde gedreht, dann führt der Weg durch den Wuhle­park zur Dorf­straße, an der Kir­che vor­bei und im Bogen über die Feld­straße zum Sied­lungs­rand. Über Wie­sen­wege geht es durch die Fel­der, danach an der Alten Wuhle ent­lang zwi­schen Ahrens­felde und Eiche hin­durch auf meist natur­be­las­se­nen Pfa­den bis zum Auf­tref­fen auf die Neue Wuhle und wei­ter zwi­schen den Bach­läu­fen zur Lands­ber­ger Chaussee. 

Hier wird auf den Beton­plat­ten­weg gewech­selt, der zwi­schen Neuer Wuhle und der Fern­wär­me­lei­tung ver­läuft um den Kien­berg herum. Nach etwa vier­ein­halb Kilo­me­tern auf meist har­tem Unter­grund wird am S‑Bahnhof Wuh­le­tal das Ende der Tour erreicht.