Sehr gespannt hatte ich auf das neue Buch von ‘Wege­samm­ler’ Gre­gor Münch gewar­tet, der seit vie­len Jah­ren als Blog­ger­kol­lege (https://blog.brandenburg-wegesammler.de/) wun­der­bare Wan­der­stre­cken abseits allzu bekann­ter Rou­ten in den hie­si­gen bran­den­bur­gi­schen Gefil­den im wei­ten Umkreis um Ber­lin doku­men­tiert. Sein Allein­stel­lung­merk­mal ist dabei sicher­lich seine über­aus begeis­terte, poe­ti­sche, wort­ge­wal­tige und sehr detail­ver­liebte Beschrei­bung der gewan­der­ten Stre­cken, die in ihrer Opu­lenz und Über­schwäng­lich­keit nicht sel­ten an den gro­ßen Theo­dor Fon­tane erinnert. 

Bereits vor drei Jah­ren war fol­ge­rich­tig sein emp­feh­lens­wer­tes Buch “Unter­wegs in Bran­den­burg — Ein­zig­ar­tige Wege zum Spa­zie­ren und Wan­dern” (https://www.bebraverlag.de/verzeichnis/titel/850-unterwegs-in-brandenburg.html), in dem er die attrak­tivs­ten und außer­ge­wöhn­lichs­ten Tou­ren sei­nes Blogs kon­den­sierte, im be.bra-Verlag erschienen.

Nun ist ganz frisch sein neues Buch “Wild Bran­den­burg — 50 Sehn­suchtsorte in der Natur” erhält­lich, das als Auf­trags­ar­beit eher eine Mischung aus Foto­buch und Samm­lung kur­zer Steck­briefe zu den vor­ge­stell­ten Gegen­den ist. Da ich Gre­gor auch per­sön­lich ein wenig kenne kann ich mir gut vor­stel­len, wie außer­or­dent­lich schwer es ihm gefal­len sein muss, seine text­li­chen Beschrei­bun­gen jeweils sehr stark zu begrenzen.

Mir selbst ist der weit­aus größte Teil der beschrie­be­nen ‘wil­den’ High­lights des Bun­des­lan­des, das Ber­lin umklam­mert, bekannt und ich finde es groß­ar­tig, wie der Autor es geschafft hat, eben die bekann­ten — und lei­der inzwi­schen oft über­lau­fe­nen — (wander-)touristischen Pri­mär­ziele aus­zu­las­sen und statt­des­sen wirk­li­che Klein­ode und Geheim­tipps zu selek­tie­ren und zu beschrei­ben. Man merkt sofort, dass hier jemand am Werk war, der die ‘Basics’ alle kennt und in der Lage ist, aus sei­nem reich­li­chen Erfah­rungs­schatz her­aus mühe­los über den Tel­ler­rand zu schauen und nach den eige­nen ein­sa­men Sehn­suchtsorte zu for­schen, was zwei­fels­frei sehr gut gelun­gen ist. So sind zum Bei­spiel einige wenig bekannte Seen­ket­ten in Mär­kisch Oder­land, der in Ver­ges­sen­heit gera­tene his­to­ri­sche Fried­rich-Wil­helm-Kanal oder auch die von mir so sehr ver­ehrte Kleine Schorf­heide mit dabei. Durch die umfang­rei­che Bebil­de­rung ent­ste­hen mehr als noch in ande­ren Wan­der­buch­for­ma­ten natür­lich zusätz­li­che Anreize, um die Attrak­ti­vi­tät auch visu­ell zu über­mit­teln und das Nach­ah­mungs­be­dürf­nis des Lesers zu wecken. Es ist wie ich finde so ein tol­ler Rund­um­schlag an Anknüp­fungs­punk­ten für Besu­che und Wan­der­ideen ent­stan­den, auch wenn der Nord­os­ten und der Süd­wes­ten Bran­den­burgs viel­leicht etwas zu domi­nant hervortreten.

Auch ich habe tat­säch­lich einige High­lights ent­deckt, die zwar oft schon lange in mei­nen Pla­nungs­ar­chi­ven schlum­mer­ten, deren Besuch ich nun aber sicher auch in der Pra­xis ange­hen werde. Von mir eine klare Kaufempfehlung!

Zum Buch auf der Web­site des be.bra-Verlag:
https://www.bebraverlag.de/verzeichnis/titel/1018-wild-brandenburg.html