… angesichts des sehr wechselhaften Aprilwetters kam heute für mich nur eine kurze Wanderung in Frage. Da die reine ‘Waldmops-Tour’ durch die Stadt Brandenburg an der Havel schon ewig in meinen Planungsarchiven schlummerte und aktuell auch der offizielle ‘Mopslauf’ des VfL Brandenburg als Online-Spendenevent stattfindet (https://www.vfl-brandenburg.de/lauf-events/2‑mopslauf.html), war meine Entscheidung für die Reviere der ausgewilderten elchartigen Schoßhunde schnell getroffen.
Wer die Waldmöpse nicht kennt: In deutschen Wäldern hat nur der „scheue Waldmops“, der als im Grunde mopsähnlich, jedoch ein „kurzes, aber kräftiges Gehörn“ tragend, beschrieben wird, überlebt. Er richtet schwere Schäden an Flora und Fauna an, überwintert zu Hunderttausenden in Südafrika und hat im Frühling an der Mündung der Weser seine Paarungsgebiete. Seit sieben Jahren nun plagt er das Zentrum der Stadt Brandenburg und verteidigt sein Revier hartnäckig gegen Einheimische und Touristen.
Da ich die Stadt schon häufiger bewandert hatte, lag mein Fokus diesmal vollkommen auf den scheuen Tieren, von denen ich leider nur 20 aufspüren konnte. Nach meinen Informationen konnten sich drei Exemplare erfolgreich vor mir verstecken, insgesamt liegt der Bestand bei 27 Möpsen. Einige eitle Tiere unterziehen sich aktuell einer plastischen Schönheitsoperation und eins wurde von Wilderern verschleppt.
Meine dicke Empfehlung für die Tour in der Form und für die Stadt Brandenburg sowieso. Wer bis einschließlich Ostermontag offiziell am Mopslauf teilnimmt (Infos unter dem Link oben) und die gelaufene bzw. gewanderte Zeit für die vorgegebene Strecke mit mindestens 20 angelaufenen Möpsen übermittelt, bekommt ein ‘Jodeldiplom’ und eine Mopsmedaille.
Da ich natürlich diesen Competition-Aspekt wie gewohnt vernachlässige, habe ich stattdessen den Park auf dem Marienberg mit der Friedenswarte sowie das Geburtshaus Loriots integriert, außerdem einen kurzen Abstecher zum Strand am Kleinen Beetzsee gemacht.
Danke an Cora und Joe für die Inspiration!
—————-
Infos und Tourbeschreibung (absichtlich ohne explizite Fundorte der Waldmöpse!):
Dies ist eine Rundtour, die am Bahnhof in Brandenburg an der Havel beginnt und endet. Zunächst geht es nach Überquerung des Bahnhofsvorplatzes über die Kleine Gartenstraße und die Kirchhofstraße zum Stadtkanal und nach dessen Überquerung zum Vorplatz des St.-Pauliklosters. Nach einer kleinen Runde dort wird der Sankt-Annen-Promenade am Kanal entlang gefolgt zum Steintorturm, dann führt der Weg am Sowjetischen Ehrenmal vorbei und über den Wassergraben in den Theaterpark, dort geht es am Stadtkanal entlang bis zur Schillerstraße und über diese durch die Wohngebiete hinüber zur Niederhalvel.
Das ehemalige Stadtbad wird passiert und der Flusslauf auf der Luckenberger Brücke überquert, nun führt der Weg auf der Promenade ‘Am Salzhof’ entlang und am Slawendorf vorbei zur Jahrtausendbrücke. Über die Ritterstraße und die Johanniskirchgasse geht es zum Loriot-Denkmal an der Johanniskirche, danach durch die Parkanlage des Humboldthains im Bogen zum Plauer Torturm. Hier führt der Weg über den Nicolaiplatz und die Vereinsstraße zum Areal der Technischen Hochschule und durch dieses zum Geburtshaus Loriots in der Magdeburger Straße. Über die Robert-Koch-Straße geht es am Hang hinauf und durch ein kleines Wäldchen, dann um den Rettungshubschrauber-Landeplatz herum zum Eingang des Parks Marienberg.
Nach einer kleinen Runde im Park mit der Aussicht vom Gipfel führt der Weg zur Friedenswarte und über die Treppen hinab zum Brunnen, danach über die Wallpromenade zurück zum Plauer Torturm. Nun wird der Plauer Straße gefolgt zum Altstädtischen Markt, am Ende des Parduin wird abgezweigt zum Rathenower Torturm und an der Stadtmauer entlang geht es zur St.-Gotthardt-Kirche. Der Mühlentorstraße und anschließend dem Grillendamm wird gefolgt über die Niederhavel hinweg, ein Abstecher zur Badestelle mit Blick auf den Kleinen Beetzsee bietet sich optional an. Über die Domstrengbrücke führt der Weg zum Domplatz mit dem Dom St.-Peter-und-Paul, über den Burgweg und ‘Domlinden’ geht es zum Neustädtischen Mühlentorturm, dann über die Hammerstraße und den Promenadenweg auf dem ehemaligen Packhofgelände zur Werft an der Jahrtausendbrücke.
Über die Grabenstraße und die Wollenweberstraße führt der Weg zur Hauptstraße und auf dieser zur Pfarrkirche St. Katharinen. Der Neustädtische Markt wird überquert und am Ende der Fischerstraße wieder auf den Neustädtischen Mühlentorturm getroffen. Entlang der Promenade, danach über die Wassertorstraße und durch das ‘Deutsche Dorf’ führt der Weg zur Sankt-Annen-Straße und letztmalig über den Stadtkanal, abschließend wird über die Geschwister-Scholl-Straße der Ausgangspunkt am Bahnhof wieder erreicht.
Lieber Frank,
schön, dass Du so eine herrlich verknotete Tour durch die schöne Havelstadt hingelegt hast — ich denke mal, dass die Mopse in dieser Hinsicht stark mäandertourstiftend sind und dafür sorgen, dass entdeckungsfreudige Besucher viele Ecken der Stadt am selben Tag entdecken. Das Aprilwetter hat DIr hoffentlich einige besondere LIchtstimmungen beschert!
Schönen Gruß und vielen Dank,
Gregor
Vielen Dank, Gregor!
Es war tatsächlich gar nicht so einfach, das ‘Streckenknäuel’ ohne Überkreuzungen in der Planung und beim Abwandern hinzubekommen und immerhin sind mir ja leider drei der Exemplare im ‘urbanen Dschungel’ der quirligen Havelmetropole entgangen.
Auf jeden Fall ist das eine wunderbare und empfehlenswerte Tour in vielerlei Hinsicht.