… meine dies­jäh­rige Ado­nis­rös­chen-Tour habe ich heute absol­viert zwi­schen Frank­furt und See­low in der Nähe der pol­ni­schen Grenze. Zwei Haken gab es dabei: in der ers­ten Hälfte der Wan­de­rung war das Wet­ter fast noch win­ter­lich kalt und extrem trüb bei einem schar­fen Wind und — noch deut­lich ärger­li­cher — die Blüte der sel­te­nen, über­wie­gend in Step­pen behei­ma­te­ten Pflan­zen war noch sehr weit zurück für die Jah­res­zeit. Vor zwei Jah­ren Mitte März hatte ich deut­lich mehr Glück …

Mir ging es aber dies­mal vor allem darum, ein paar alter­na­tive Weg­stü­cke in mei­nem bevor­zug­ten Gebiet der san­di­gen Oder­hänge zwi­schen Mall­now und Dol­ge­lin ein­zu­bauen, was her­vor­ra­gend klappte. Spe­zi­ell die­ses Gebiet gehört land­schaft­lich ganz sicher zu mei­nen Lieb­lings­re­gio­nen in Bran­den­burg. Lei­der lässt der euro­päi­sche Fern­wan­der­weg E11 in die­sem Bereich fast alle schö­nen Aus­bli­cke und Hügel­for­ma­tio­nen aus …

Pas­send zur aktu­el­len welt­po­li­ti­schen Lage hat mich auch heute wie­der die Gedenk-Stele mit der Auf­schrift ‘Nie wie­der Krieg’ in den Dol­ge­li­ner Ber­gen tief beein­druckt. Sie erin­nert an die vie­len bis heute namen­lo­sen Opfer, die in der blu­ti­gen Schlacht um die See­lower Höhen umka­men, von dort hat man aber auch einen Blick über die deut­sche Grenze hin­aus in Rich­tung Osten weit nach Polen hinein.

Unter den gege­be­nen Umstän­den ersparte ich mir dies­mal den Besuch des glo­ri­fi­zie­ren­den und pom­pö­sen Sowje­ti­schen Ehren­mals am Ende der Tour in Seelow. 

Eine wun­der­bare Tour im mitt­le­ren Teil bis nach Dol­ge­lin, nur der Ein­stieg zieht sich — egal wel­che Vari­ante man wählt — etwas und auf den letz­ten fünf alter­na­tiv­lo­sen Kilo­me­tern pas­siert abso­lut nicht mehr viel Auf­re­gen­des. Und natür­lich sollte der Zeit­punkt zur Blüte bes­ser gewählt sein als bei mir heute … 

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Infos und Tourbeschreibung:

Diese Tour star­tet an der Bus­hal­te­stelle ‘Abzweig Kles­sin’ am Orts­ein­gang von Podel­zig, zunächst geht es auf der Schot­ter­piste zwei Kilo­me­ter weit gera­de­aus über die Höhen an einem Wind­park ent­lang, dann führt der Weg in Z‑Form durch die sanfte Hügel­land­schaft nach Mall­now hinein.

Hier war­tet der Ein­stieg in den sehr schö­nen Rund­weg, in die­sem Fall in der ‘mitt­le­ren’ Vari­ante, durch die ver­win­kel­ten Hügel mit eini­gen tol­len Aus­bli­cken in die klei­nen Täler und weit ins Oder­bruch hin­ein. Anschlie­ßend wird Mall­now mit sei­ner Kir­chen­ruine durch­quert, dann geht es wei­ter auf dem Feld­weg ins klei­nere Car­zig, das eben­falls mit einer Kir­chen­ruine auf­war­ten kann.

Am Orts­rand und nach einer klei­nen Wald­pas­sage beginnt ein wei­te­rer sehr schö­ner Abschnitt die­ser Tour, wobei der Weg sich oft ele­gant um die sanft auf­stei­gen­den Oder­hänge her­um­schlän­gelt. Ein Stück weit ver­läuft der Weg auf der natur­be­las­se­nen alten Trasse der Bahn auf einem stel­len­weise impo­san­ten Damm, am Ende des Abschnitts gibt es einen der schöns­ten Aus­bli­cke in die Land­schaft von den Hän­gen bei Dol­ge­lin an der Friedens-Stele.

Anschlie­ßend geht es weni­ger natur­be­las­sen an eini­gen Streu­sied­lun­gen und klei­nen Ort­schaf­ten vor­bei bis zum Rand von See­low. Das Areal des Schwei­zer­hau­ses wird umgan­gen und nach einem kur­zen asphal­tier­ten Abschnitt wird in der Straße ‘Am Bahn­hof’ mit dem Bahn­hof See­low das Ziel die­ser Tour erreicht.