… eine weitere Tour habe ich heute absolviert auf den Spuren der ‘Rolling Stones’ in Berlin. Dabei ging es nicht um die Randale in der Waldbühne 1965 sondern um die denkmalgeschützten Findlinge, diesmal wieder als ‘Double-Feature’ in den Bezirken Neukölln und Treptow-Köpenick, weil sich die Kombination streckenmäßig bestens anbot.
Wie erwartet waren die Fundstellen der ersten beiden Findlinge auf der mir sehr gut bekannten Strecke am Fennpfuhl gepflegt und sauber, bei dem rötlichen Exemplar in Britz-Süd musste ich schon etwas nachretuschieren. In den — im Übrigen — sehr sauberen Grünzügen der Gropiusstadt fanden sich an vielen Stellen kleinere ‘Schmuck-Findlinge’, was mich sehr erstaunte. Eventuell dienen sie dort auch dem vorrangigen Zweck, das Autofahren in nicht erlaubte Wege zu unterbinden.
Schockiert war ich beim Anblick des recht großen Findlings mitten auf der ‘Rudower Spinne’, dem markanten Verkehrsknotenpunkt an der Endstation der U‑Bahn. Dieser Stein liegt etwas versteckt im Gebüsch neben einer öffentlichen Toilette und ist rundum zugemüllt. Was für eine Schande für ein Naturdenkmal im beschaulichen und eher spießigen Rudow! Beim Foto des Steins habe ich nachträglich die Umgebung abgetönt, man sieht aber deutlich den vielen Müll.
Die wunderbaren Findlingsgruppen im absolut sauberen Rudower Nordpark dagegen sind eine Augenweide, auch wenn diese Steine nicht geschützt und dort eher künstlerisch hindrapiert sind. Das echte Naturdenkmal-Exemplar liegt gleich gegenüber, neben der Waltersdorfer Chaussee.
Der Weg um das Kosmosviertel herum und am Kölner Viertel entlang in Altglienicke war dann recht monoton, hier liegt der erste Findling des Bezirks Treptow-Köpenick am nordöstlichen Ausgang des kleinen Waldstücks ‘Brake’.
Der zweite Naturdenkmal-Stein des Bezirks liegt in der Nähe des historischen Ortskerns von Altglienicke, im öffentlich zugänglichen Garten eines Seniorenheims. Gleich daneben führt ein schmaler Pfad durch einen eigentlich sehr schönen kleinen Findlingsgarten, der bei meinem Besuch aber ebenfalls vermüllt und zusätzlich mit Dutzenden leeren Flaschen harten Alkohols übersät war. Auch hier kam ich aus dem Kopfschütteln kaum heraus: nur wenige Meter entfernt entstehen gerade massenweise neue hochpreisige Stadtvillen und gleich daneben sprengen sich die Alkis im Park die Birne weg …
Alles in allem eine zumindest im ersten Teil sehr empfehlenswerte Route, der zweite Teil war dem Thema geschuldet und ich wäre sonst sicher weiter in Richtung Grünau gewandert.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt an der U‑Bahnstation Blaschkoallee, zunächst geht es durch den kleinen Grünzug zum Ehrenhain, wobei bereits auf die ersten beiden Findlinge getroffen wird. Am Fennpfuhl entlang und durch den nächsten kleinen Grünzug geht es weiter in Richtung Schlosspark Britz, der mit Blick aufs Schloss zum Gelände des Gutshofs hin durchquert wird. Im Anschluss wird erneut dem Grünzug gefolgt, dann aber zur parallel verlaufenden Fritz-Reuter-Alle abgebogen, wo sich der dritte Findling der Tour befindet. Der weitere Weg präsentiert sich über zwei Kilometer erst als schmales Wäldchen, dann als schmaler offener Park bis zum Wildmeisterdamm.
Dem breiten Fußgängerweg wird kurz gefolgt, dann führt der Weg erneut durch Grünanlagen, anschließend wird abgebogen zum Rudower Wäldchen und dem Waldweg gefolgt bis zum Auftreffen auf die Bahnschienen. Danach führt der Weg an den Schienen entlang bis zur Wutzkyallee, dann folgt wieder ein längerer schöner Grünzug bis hin zum Rudower Fließ und am Gewässer entlang zur Neuköllner Straße. Hier befindet sich der vorletzte Neuköllner Findling der Tour direkt auf der ‘Rudower Spinne’, dem Platz an den sich kreuzenden Hauptverkehrsachsen.
Im Folgenden geht es über die Schönefelder Straße und den Torgelowweg zum Nordpark, der auf gesamter Länge mit vielen — allerdings nicht denkmalgeschützten — Findlingsgruppen aufwartet. Nach Überquerung der Waltersdorfer Chaussee wird der letzte Neuköllner Findling auf dem Weg zum Röthepfuhl passiert, bevor es in den offenen Landschaftspark am ehemaligen Grenzstreifen geht. Dem Mauerweg wird auf dem Pfad neben dem Asphaltstreifen gefolgt, die Autobahn überquert und der Weg führt durch Grünzüge nach Altglienicke hinein.
Überwiegend Neubausiedlungen werden zum Kölner Viertel hin durchquert, dort geht es auf dem Damm an der Bahntrasse entlang bis zum kleinen Waldstück ‘Brake’, an dessen Ausgang nach Durchquerung sich einer der beiden denkmalgeschützten Findlinge des Bezirks Treptow-Köpenick befindet. Über die Suevenstraße und die Germanenstraße führt der Weg durch die ausgedehnten Eigenheimsiedlungen, bevor in die Normannenstraße bergab abgezweigt wird. Hier befindet sich der letzte große Stein der Tour im Garten eines Seniorenheims, gleich daneben führt ein schmaler Pfad über die Kuppe durch einen leider verwahrlosten Findlingspark mit mehreren Gruppen der ‘erratischen Blöcke’.
Auf der Köpenicker Straße wird der historische Teil von Altglienicke durchquert, anschließend der Teltowkanal überquert nach Adlershof. Durch das Areal des Fernsehzentrums und an Gewerbegebieten vorbei geht es auf der Straße ‘Am Studio’ zur Rudower Chaussee und auf dieser zum S‑Bahnhof Adlershof, dem Ziel der Tour.
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