Einige Leser in mei­nem Umfeld hat­ten ja sicher­lich mit­be­kom­men, dass ich mit dem Autor die­ses neuen Buches vor eini­gen Tage im Ber­li­ner Tier­gar­ten unter­wegs war und anschlie­ßend spon­tan mit ihm den Tre­scher-Ver­lag in Mitte besu­chen und mein druck­fri­sches Rezen­si­ons­exem­plar dort direkt abho­len konnte.

Das Buch ‘TAGESTOUREN BRANDENBURG’ ist auf Basis von Man­fred Resch­kes Werk ‘Wan­de­run­gen durch Bran­den­burg’ ent­stan­den, das inzwi­schen ver­grif­fen ist und nicht mehr neu auf­ge­legt wird. Inso­fern habe ich beide Bücher inhalt­lich genau gegen­über­ge­stellt und sie ver­gli­chen, um mir einen Ein­druck im Detail zu ver­schaf­fen sowie den Besit­zern von Resch­kes Buch eine Ent­schei­dungs­hilfe zum Kauf des neuen Buchs geben zu können.

Als ich Resch­kes Buch — lange, bevor ich ihn per­sön­lich ken­nen­lernte — zum ers­ten Mal durch­blät­terte, war mir sofort klar, dass es sich dabei um die umfas­sendste zeit­ge­nös­si­sche Anlei­tung zum Wan­dern in Bran­den­burg han­delte, die auf dem Markt erhält­lich war. Den Umfang fand ich anfangs fast schon erschla­gend und den Infor­ma­ti­ons­ge­halt gewal­tig, aller­dings waren die Beschrei­bun­gen zu den Tou­ren eher knapp gehal­ten und diese waren nur wenig bebil­dert. Als etwas ’spe­zi­ell’ emp­fand ich auch, dass Reschke viele der ent­hal­te­nen Stre­cken selbst so schlecht in sei­nem eige­nen Punk­te­sys­tem bewer­tete, was mich ande­rer­seits dazu moti­vierte, mir selbst ein Bild zu machen und mir meine eige­nen Ein­drü­cke zu verschaffen.

Einige Jahre spä­ter und nach­dem ich längst alle im Buch ent­hal­te­nen Wan­der­wege selbst absol­viert habe, ist nun das nach­fol­gende von Andreas Stern­feldt ver­fasste ‘TAGESTOUREN BRANDENBURG’ erschie­nen. Dabei hat er das zugrun­de­lie­gende Buch nicht bloß mar­gi­nal über­ar­bei­tet son­dern im Prin­zip kom­plett neu in sei­nem eige­nen Stil geschrie­ben. Die Tou­ren­be­schrei­bun­gen sind nun deut­lich umfang­rei­cher, die bild­li­chen Impres­sio­nen sind aus mei­ner Sicht aus­sa­ge­kräf­ti­ger und noch bes­ser auf den Punkt gebracht, als es vor­her der Fall war. Medial wer­den deut­lich stär­ker direkte Ver­weise zu prak­ti­schen Infor­ma­ti­ons­quel­len im Inter­net mit ein­be­zo­gen und wie inzwi­schen üblich wer­den par­al­lel zur Beschrei­bung im Buch auch die GPX-Dateien zur digi­ta­len Pla­nung und Navi­ga­tion als Down­load angeboten.

Inhalt­lich hat Stern­feldt einige wich­tige kul­tu­relle Sehens­wür­dig­kei­ten wie etwa die Feld­stein­py­ra­mide in Garzau, das Klos­ter Leh­nin oder das Schloss Neu­har­den­berg stär­ker her­vor­ge­ho­ben sowie neue Alter­na­tiv­rou­ten hin­zu­ge­fügt. Ent­hal­ten sind im Buch im Kern wei­ter­hin der Fern­wan­der­weg E11 und einige der prä­mier­ten Qua­li­täts­wege, wei­tere emp­feh­lens­werte Stre­cken, etwa im Dahme-Seen­land, kamen hinzu. Die umfang­rei­chen Hin­weise zu Ein­kehr­mög­lich­kei­ten, Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen, Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten, Museen und viel­fäl­ti­gen Infor­ma­ti­ons­stel­len wur­den auf den neu­es­ten Stand gebracht. Ent­fal­len ist dage­gen im Inhalt der Fern­wan­der­weg E10 fast kom­plett, er wird gege­be­nen­falls Teil eines zukünf­ti­gen, ergän­zen­den zwei­ten Buchs wer­den, wie mir der Autor verriet.

Ins­ge­samt ergibt sich mit ‘TAGESTOUREN BRANDENBURG’ ein fri­sches, moder­ni­sier­tes und an den rich­ti­gen Stel­len mit ande­rem Fokus ver­se­he­nes Werk, ver­fasst von einem Autor der nächs­ten Wan­der­ge­ne­ra­tion. Es ist sicher­lich keine Revo­lu­tion, aber ganz bestimmt eine gelun­gene, zeit­ge­mäße Evo­lu­tion und sollte bei pas­sio­nier­ten Wan­de­rern wie auch bei wan­dern­den Gele­gen­heits­aus­flüg­lern in Ber­lin und Bran­den­burg einen fes­ten Platz im Bücher­re­gal und natür­lich auch im Wan­der­ruck­sack finden.

Das Buch ist ganz frisch erschie­nen im Trescher-Verlag:
https://www.trescher-verlag.de/reisefuehrer/deutschland/tagestouren-brandenburg.html