… dank der mangelhaften Informationspolitik der Deutschen Bahn musste ich meine ‘Auswärtstour’ heute ausfallen lassen, dafür gab es mal wieder als ‘Heimspiel’ eine improvisierte Grunewaldtour in Berlin.
In der gewanderten Streckenführung entspricht sie so ziemlich meiner Idealvorstellung einer Grunewaldtour, es gibt sehr viel Wald, ein Stück Wanderweg fast wie im Mittelgebirge (Havelhöhenweg), eine Portion Wissenschaft (Ausstellung Wald.Berlin.Klima.), ein bißchen Gruselfaktor (der kleine ‘Selbstmörderfriedhof’ mitten im Wald), einen kurzen Abschnitt am Wasser (Badestelle am Großen Fenster) und meistens ist man auf schmalen Nebenwegen unterwegs.
Noch etwas zum Friedhof im Grunewaldforst: dort hat Nico, die meiner Meinung nach ikonischste Figur des deutschen Musikgeschäfts überhaupt, ihre letzte Ruhestätte. Die in Deutschland geborene und aufgewachsene Nico sang auf dem legendären ersten Album von Velvet Underground, ihr Album ‘Chelsea Girl’ ist ebenfalls großartig und absolut zeitlos. Ihr Spätwerk der 70er/80er ist dagegen ultra-schwermütig und sehr düster.
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Infos und Tourbeschreibung:
Diese Tour beginnt am S‑Bahnhof Heerstraße, parallel zur Teufelsseestraße führt der Weg zunächst durch das schmale Wäldchen, dann wird am Parkplatz vor dem Drachenberg abgebogen in den Grunewald hinein. Dem Hauptweg wird gefolgt um das NSG Postfenn herum, die Alte Spandauer Poststraße wird überquert und der sandige Nebenweg bergauf gewählt.
Der schmale Weg führt direkt bis zum Friedhof Grunewald-Forst, den man sich unbedingt ansehen sollte, wenn man ihn noch nicht kennt. Speziell das Grab Nr. 82 (Christa Päffgen alias Nico) wird häufig von Fans besucht, die ab und zu eine Flasche Rotwein, eine Banane oder ähnliches auf dem Grabstein abstellen.
Nach Überquerung des Schilhornwegs wird dem geraden Waldweg Richtung Havelchaussee gefolgt, dann geht es weiter auf dem Schwarzen Weg bis zu einer markanten Wegekreuzung, die neuerdings einen der Einstiegspunkte der Ausstellung Wald.Berlin.Klima darstellt. Dem Ausstellungspfad mit einigen Aussichtsplattformen und vielfältigen Infotafeln wird weiter gefolgt zum Pechsee, dann zum Barssee und wieder zurück zum Schwarzen Weg. An der markanten Kreuzung ‘Vier Eichen’ geht es weiter auf dem schmalen geschlängelten Pfad hinauf zum Havelberg, dann auf der anderen Seite hinunter zum Einstieg in den Havelhöhenweg.
Dem immer wieder tollen Havelhöhenweg wird anschließend auf seinem vielleicht schönsten Abschnitt gefolgt, an den Taleinschnitten entlang im Hang und später oben auf dem Höhenzug. An der Badestelle am Großen Fenster führt der Weg kurz hinunter zur Havelchaussee, ich habe an dieser Stelle einen kurzen Teilabschnitt entlang des Wannseeufers angehangen.
Kurze Zeit später erfolgt wieder der Einstieg in den Havelhöhenweg, ihm wird noch ein kurzes Stück gefolgt, dann diagonal durch den Grunewald abgebogen und diesem Weg über etwa zwei Kilometer südöstlich bis zum Kronprinzessinnenweg gefolgt. An dieser Stelle wird der Grunewald verlassen, über den Rosemeyerweg wird die Avus überquert und mit dem S‑Bahnhof Nikolassee ist das Ende dieser Tour erreicht.
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